Neben den Jungspunden sind auch die Korrekturpferde immer wieder reizend. Pferde, die auf Grund schlechter Erfahrung oder falscher Ausbildung auf einen falschen Weg gelangt sind. Natürlich gibt es viele Ursachen für unerwünschtes Verhalten. Ein starker Charakter des Pferdes, scharfes Temperament oder auch körperliche Ursachen, wie Schmerz, können Auslösende Faktoren sein
Solche Pferde haben sich meist Verhaltensweisen angeeignet, wodurch sie ihre Reiter und Mitmenschen an Grenzen bringen, was leider nicht immer ungefährlich ist. Ich finde es äußerst spannend mit diesen Pferden, häufig zusammen mit ihren Besitzern, zu arbeiten. Einen Trainingsplan auszuarbeiten, um sie wieder auf den richtigen Weg zu leiten. Solche Pferde brauchen meistens unglaublich viel Zeit, denn die Arbeit steht sozusagen immer doppelt an. Zuerst muss das ungewünschte Verhalten korrigiert werden und dann mit der richtigen Ausbildung „überschrieben“ werden. Das braucht erfahrungsgemäß einiges an Zeit, sodass es einen langfristigen Erfolg bringt. Schließlich haben diese Pferde zum Teil über Jahre ihr Verhalten gezeigt. Warum sollten sie es plötzlich einfach ändern?
Und ich bin mir bis heute sicher, dass mein Spanier Curioso viel dazu beigetragen hat, dass ich ein Faible für Problempferde entwickelt habe.
Er ist bis heute – ungeschlagen von allen anderen Korrekturpferden – wohl mein größtes Projekt gewesen! Und heute vieler Leuts Liebling ![]()
Letztlich ist es auch hier das Gleiche, wie bei den Jungpferden, was mich fasziniert. Die Reflexion der eigenen Arbeit. Junge Pferde spiegeln deine Arbeit unvoreingenommen wieder. „Problempferde“ hingegen sind meist vorbelastet und müssen sich überhaupt erst auf den Menschen einlassen und wenn diese Art von Pferd sich auf den Trainingsweg einlassen, Besserung in ihrem Verhalten zeigen und gar zu dem Traumpferd werden, was sie schon immer werden sollten, ist es das beste „stumme“ Kompliment, was man für seine Arbeit bekommen kann.
