Man hört sie schon von weitem an den Boots der Westernreiter klirren – die Sporen. Fast schon wie eine Modeerscheinung scheinen sie zu dem Outfit jedes Westernreiters zu gehören. Sie gibt es mit RĂ€dchen, Kugeln, mit scharfen Zacken oder abgerundet. Doch wofĂŒr genau tragen wir sie eigentlich so selbstverstĂ€ndlich? đ€
Jeder Reiter hat bestimmt schon einmal gehört, dass Sporen nicht zum Treiben da sind⊠Aber wofĂŒr denn dann? Das ist eine wichtige Frage, die jeder Reiter fĂŒr sich geklĂ€rt haben sollte âđ»
Wozu und Warum brauche ich Sporen? Hier liegt schon der springende Punkt. Man sollte sie nicht “brauchen” mĂŒssen. Wenn ein Reiter oder auch das Pferd Sporen brauchen, weil das Pferd sonst keinen Meter mehr vorwĂ€rts geht, dann sollte man sich die Basics und Voraussetzungen fĂŒr den Gebrauch von Sporen nochmals vor Augen fĂŒhren.Bevor man sich dazu entscheidet ein Pferd an Sporen heranzufĂŒhren, sollte der Reiter seine Schenkelhilfen prĂ€zise und unabhĂ€ngig von seinem Sitz geben können und das Pferd diese auch willig annehmen. Ein unruhiges Bein kann niemals eine ruhige, feine und gezielte Hilfe an das Pferd weitergeben und es droht sogar bei zu wenig EinfĂŒhlvermögen Verletzungsgefahr âïž
Bereits triebige und klemmende Pferde werden durch den erhöhten Gebrauch von Sporen als treibendes Werkzeug wahrscheinlich noch stumpfer und somit verschlimmert sich das Problem. Hier sollte zuerst an dem GrundverstĂ€ndnis der Schenkelhilfen gearbeitet werden. Pferde, welche nicht gelernt haben auf treibenden Schenkeldruck mit VorwĂ€rts zu reagieren, sondern eher langsamer werden, also âklemmenâ und nicht wissen wie sie zu reagieren haben, drohen womöglich in naher Zukunft, wenn die Sporen eingesetzt werden, sogar mit bocken oder steigen zu reagieren, um sich irgendwie Luft zu machen.Du siehst also, dass nicht fĂŒr jeden Reiter und fĂŒr jedes Pferd die Sporen die spontane erste Lösung sind? đ
âĄïž Aber wann und wozu sollte ich Sporen dann benutzen?
âĄïž Dein Sitz muss balanciert sein und du solltest deine Beine in verschiedensten Position ebenfalls ruhig halten können.
âĄïž Du weiĂt wie der treibende Schenkel richtig funktioniert und kannst in bewusst und prĂ€zise einsetzen.
âĄïž Dein Pferd hat gelernt auf den Schenkeldruck vorwĂ€rts zu laufen und reagiert nicht ĂŒberempfindlich
âĄïž Du und dein Pferd haben einen Ausbildungsstand erreicht, in dem es weitergehend um die Versammlung, beziehungsweise das Anheben des RĂŒckens geht.Das trifft alles zu? Prima! đđ»
Denn dein Sporen soll fĂŒr dich ein sinnvolles Tool sein, um deinem Pferd deine Hilfen prĂ€ziser und genauer zu vermitteln âđ»
Nutze die Sporen, um den Bauch deines Pferd zu umarmen und zu rahmen, sodass es deine Schenkelhilfen besser differenzieren kann. Je prĂ€ziser deine fragenden Hilfen gestellt sind, desto prĂ€ziser ist die Antwort, die du von deinem Pferd bekommst đ
Der Westernsporen sollte recht schwer sein, damit er bei den schwungvollen Bewegungen des Pferdes nicht anfĂ€ngt mit nach oben zu fliegen. So ist er fĂŒr den Reiter nicht mehr kontrollierbar. Er sollte auf dem Absatz deines Stiefels relativ tief sitzen, sollte dich aber beim Laufen nicht behindern!Beim Gebrauch am Pferd, sollte der Sporen immer so tief wie möglich am Bauch genutzt werden, unabhĂ€ngig von eurer BeinlĂ€nge! So gelangst du nĂ€her an die Bauchnaht deines Pferdes und kannst ihm das Aufwölben des RĂŒckens besser vermitteln – und damit wieder einen Schritt in Richtung Versammlung đ„°
Bitte niemals an der empfindlichen Flanke des Pferdes oder der Schulter âïž
Nun wird mir hĂ€ufig die Frage gestellt, welche Art von Sporen denn nun am geeignetsten fĂŒr Pferd und Reiter sind. Nun, das ist wie so hĂ€ufig eine Frage der IndividualitĂ€t đ€·đŒââïž
Gerade die Westernsporen können in der GröĂe und SchĂ€rfe der RĂ€dchen oder der LĂ€nge und Winkelung des Sporenhalses sehr variieren – ganz nach der LĂ€nge und der Einwirkung des Reiterschenkels bemessen. An sich ist auch hier der Gedanke: “So viel wie nötig und nicht so viel wie möglich” nicht fehl am Platz. Aber lasst euch nicht von der GröĂe des RĂ€dchens einschĂŒchtern! Nur weil ein Sporenrad erschreckend groĂ ist, heiĂt es nicht, dass es direkt brutal ist âđ»
Die Spitzen der Zacken und die Beweglichkeit des RĂ€dchens sind entscheidend. Und letztlich gilt auch hier die einfache Physik. Desto gröĂer die AuflageflĂ€che, desto besser verteilt sich der Druck.
